Samstag, 4. Dezember 2010

San Pedro de Atacama

24 Stunden (am Stück) nördlich von Santiago, an der Grenze zu Bolivien, liegt das Touristenörtchen San Pedro de Atacama. Am Rande der Wüste gelegen, ist es der Ausgangspunkt zu Ausflügen in eine eigenartige Landschaft geprägt von Wüste, Salzstein, Mineralien und Geysiren. Obwohl die Temperatur hier nicht viel mehr als 24 Grad erreicht, gilt diese Wüste als eine trockensten der Welt. Nachts fällt das Thermometer oft auf 0 Grad.

24 hours (non stop) north of Santiago near the Bolivian Border lies the touristtrap of San Pedro de Atacama. Settled at the edge of the desert it is the perfect starting point for excursions to the bizarre landscape of sanddunes, saltrocks, minerals and geysirs. Altough usually temperature's not rising higher than 24 degrees this desert is one of the driest in the world. In the night though it falls to 0 degrees.

Valle de la luna
Wir machten eine Tour ins Valle de la luna (Mondtal), das seinen Namen wegen seiner kuriosen Steinformationen in der Wüste trägt, die an eine Mondlandschaft erinnern. Das Tal wird umrahmt von meterhohen Felswänden und am Horizont schimmern die bolivianischen Berge. Ein Vulkan steht wie zufällig davor..

Valle de la luna
We went on a tour to the Valle de la luna (moon valley) which is called so because of its bizarre stone formations in the desert that remind of the landscape on the moon. The valley is framed by high cliffs and on the horizon you can see the Bolivian mountain range. A vulcano's accidentally placed in front of it.














Sternenhimmel
Der Himmel über der Atacamawüste eignet sich wegen ihrer vielen klaren Nächte und der geringen Lichtverschmutzung sehr gut, um Sterne zu beobachten. Dies tut der französische Astronome Alain seit 30 Jahren. Er bietet nächtliche Führungen in seinem Garten mit 9 grossen Teleskopen an. Mit einem Laserpointer haben er und seine Frau uns den chilenischen Sternenhimmel erklärt. Wir haben viel über Sterne, Planeten und Galaxien gelernt und sogar Boris' Sternzeichen am Himmel entdeckt. Das Foto unten wurde übrigens mit unserer Kamera aufgenommen mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden. Wir koennen nicht genau sagen, was man sieht, sicher ist die Milchstrasse drauf! :-)

Stargazing
The sky above the Atacama desert is one of the best to do stargazing because of the mostly clear nights and the low level of light pollution. French astronomer Alain is observing the sky since 30 years. He offers nightly tours in his garden where there are 9 big telescopes ready to use. He and his wife explained us the sky with their laserpointers. We learned a lot about stars, planets and galaxies. We even discovered Boris' starsign altough by now it is clear to us that the stars billions of light years away have little to do with our daily life. By the way the picture below was taken with our (new) camera with an exposure time of 30 seconds. We can't really tell what you can see on it, but there's the milky way for sure! :-)

Alles nur geklaut!

Unsere Reise hat bisher unsere Erwartungen oft uebertroffen. Aber wir haben auch damit gerechnet, dass uns mal was Unangenehmes passieren wird. In Santiago zum Beispiel hatte Michie mit ca. 30 Flohbissen zu kaempfen..:-(. Dass uns jedoch der Alptraum jedes Reisenden widerfahren wird, hätten wir nicht gedacht. Das Ganze liegt jetzt schon über eine Woche zurück und wir haben es einigermassen verdaut, aber unsere Nerven vertragen nach wie vor keine grosse Aufregung. Trotzdem möchten euch berichten, was passiert ist:

Wir haben gelesen, dass man im Norden von Chile das Observatorium der ESO (European Southern Hemisphere Observatory) besichtigen kann, das über 4 riesige Teleskope verfügt. Unser Plan war, danach in die Atacamawüste zu fahren und von dort nach Bolivien weiterzuziehen. Wir haben die Besuchsbewilligung bekommen und sind hochgefahren (19 Stunden im Bus). In Antofagasta, der nächst gelegenen Stadt, sind wir in einem runtergekommenen (also günstigen) Hotel abgestiegen und haben das Mietauto für den nächsten Tag organisiert. Weil wir den Gästen im Hotel und dem Schloss unserer Zimmertür gegenüber etwas skeptisch waren, nahmen wir alles Wichtige (Pässe, Bargeld, Kamera inkl. Objektiven, Natels, etc.) mit ins Restaurante "Don Pollo". Als wir satt und zufrieden nach dem Essen in unsere Stühle sanken, sah Boris zum Rucksack neben seinem Stuhl. Leider sah er nichts als den schmutzigen Fussboden, denn der Rucksack war weg! Wir stürzten auf die Strasse und eine Frau sagte, sie habe einen Kerl rausrennen sehen mit einem blauen Rucksack. Wir rannten die Strasse rauf, sahen aber rein nichts und kamen völlig geschockt zum Restaurant zurück. Der Besitzer, ein netter junger Chilene, hatte schon einen Freund bei der Polizei angerufen, der auch sofort kam. Später sind wir zum Polizeiposten, um einen Rapport aufzunehmen. Noch immer konnten wir nicht glauben, dass dies alles wirklich passiert war. Einziger Trost neben dem Fakt, dass uns physisch nichts passierte, war dass alle Bankkarten von Boris und eine von Michie noch da waren, und glücklicherweise hatten wir die Speicherkarte mit den Fotos im Hosensack. Die Polizei gab uns zu verstehen, dass die Chancen, unsere Sachen wiederzubekommen, miserabel stehen. Um neue Pässe und Touristenkarten (ohne die kann man Chile nicht verlassen) zu bekommen, mussten wir zurück nach Santiago, zur Schweizer Botschaft und zur Internationalen Polizei.
Nach abermals 19 Stunden im Bus mit Tausenden wenn's/ hätte/ würde im Kopf und einem nervenaufreibenden minifernseher-"hörendem" Sitznachbar waren wir zurück in Santiago. Leider war Sonntag, so dass wir den ganzen Tag Zeit hatten, mit unserem Karma zu hadern. Am Montagmorgen dann schnurstracks zur Botschaft und ein sehr netter Botschaftsangestellter, Chilene, hörte unsere Horrorstory in einfachem Französisch. Glücklicherweise kann die Botschaft einen temporären Pass (1 Jahr gültig) innerhalb einer halben Stunde ausstellen. Das einzige, was es dazu braucht, ist eine Genehmigung der Heimatgemeinde aus der Schweiz. Wir beantragten sowohl temporäre als auch definitive Pässe, da wir auf unserer Reise in vielen Ländern einen Pass benötigen, der 6 Monate über das Ausreisedatum hinaus gilt. Als wir am Dienstag wiederkamen, konnte Boris seinen temporären Pass machen lassen, dank der umgehenden Antwort der Gemeinde Wollerau. In Michie's Fall war's etwas komplizierter, da nicht die Gemeinde Rotkreuz Pässe ausstellt, sondern das Passbüro in Zug. Ausserdem hatte sie als Adresse 6343 Rotkreuz und nicht 6343 Holzhäusern angegeben, was die lieben Beamten zuhause vollends verwirrte. Erstaunlich, dass man in einer halben Stunde in Chile einen neuen Schweizer Pass bekommen kann, es in Rotkreuz/Zug aber 2 volle Tage braucht, um zu bestätigen, dass Rotkreuz und Holzhäusern die selbe Postleitzahl haben, da sie zur GLEICHEN Gemeinde gehören! Danke für die Erfindung der Doppelnamen für Gemeinden, danke Risch-Rotkreuz!
Am Mittwoch hatten wir beide wieder einen Pass. Am 12.1. können wir unsere definitiven Pässe und einen neuen (internationalen) Führerschein abholen. Jetzt noch die Touristenkarte. Bei der Polizei in Santiago werden alle Touristenkarten der Personen, die in Chile einreisen, abgelegt. Nicht im Computer, sondern physisch in einer Box. Jetzt galt es für die Beamten, unsere Karten vom 19. November 2010 zu finden, damit sie uns ein Duplikat ausstellen konnten. Nach 3 Stunden war es soweit: wir hielten neue Karten in den Händen und waren bereit, unsere Reise fortzusetzen.  Natürlich nicht, ohne eine neue Kamera zu kaufen, denn: The blog must go on!